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Wirtschaft

19.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Grundlagen

Hauptwirtschaftszweige Turkmenistans sind die Erdgas- und Erdölförderung, die Landwirtschaft (insbesondere der Anbau von Baumwolle und Weizen) und die Bauwirtschaft. 2016 standen sie zusammen für ca. 64% des turkmenischen BIP. Staatliche Unternehmen prägen die turkmenische Wirtschaft. Insbesondere der strategische Öl- und Gasbereich bleibt weiterhin in staatlicher Hand und von laufenden Privatisierungsbestrebungen vollständig ausgenommen. Der Privatsektor und die unternehmerische Eigeninitiative der Bevölkerung entwickeln sich bisher vor allem im Handels- und Dienstleistungsbereich, zunehmend auch im Baubereich. 

Vor dem Hintergrund gesunkener Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt und Absatzschwierigkeiten auf den traditionellen Exportmärkten für turkmenisches Gas strebt Turkmenistan eine Diversifizierung seiner Wirtschaft sowie die Erschließung neuer Märkte für seine Gasexporte an. Grundlage bildet ein Entwicklungsplan bis 2030; zudem hat Präsident Berdimuhamedov nach seiner Wiederwahl Anfang 2017 einen Plan für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung 2017-2024 vorgelegt, Die Rahmenbedingungen für unternehmerische Tätigkeit in Turkmenistan bleiben jedoch schwierig. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt Turkmenistan aktuell Platz 167 von 180.

Unsichere rechtliche Rahmenbedingungen, fehlende Transparenz staatlichen Handelns und ständiger Personalwechsel in Führungspositionen sind dauerhafte Hindernisse der wirtschaftlichen Entwicklung und für makroökonomische  Reformen. Die Erschließung des Marktes gestaltet sich für ausländische Investoren dementsprechend schwer. 

Seit 2008 gibt es einen konsolidierten einheitlichen Wechselkurs der Landeswährung Manat zum US-Dollar; dieser beträgt seit 01.01.2015 1 USD=3,5 TMT. Seit Januar 2016 ist der freie Tausch von Manat in Devisen fast vollständig ausgesetzt. Aufgrund der Konvertierungsbeschränkungen hat sich ein Paralllelkurs entwickelt, der  um ein vielfaches vom offiziellen Wechselkurs abweicht.

Außenhandel

Turkmenistan exportiert in erster Linie Erdgas, Erdöl und Ölprodukte. Zusammen machten sie 2015 knapp 90% der Exporte aus. Rund 91% der Staatseinnahmen stammen aus Öl- und Gasexporten. Hauptabnehmer turkmenischen Gases ist China. Russland hat seit dem 01.01.2016 Gaskäufe aus Turkmenistan eingestellt, die Lieferungen nach Iran wurden nach Unstimmigkeiten über angebliche iranische Zahlungsrückstände am 01.01.2017 ausgesetzt. Der ursprünglich geplante Bau einer vierten Pipeline nach China wurde im März 2017 auf unbestimmte Zeit verschoben. Wichtigste Projekte sind der Bau einer Pipeline Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien (TAPI) sowie der Bau einer Trans-Kaspischen Pipeline, durch die turkmenischen Gas nach Aserbaidschan transportiert und von dort über bestehende Pipelines („südlicher Korridor“) nah Europa geliefert werden soll.  Wichtigste Einfuhrgüter Turkmenistans sind Maschinen und Ausrüstungen, Metalle, Kunststoffe und Baustoffe. Hauptlieferländer sind die Türkei, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland. 

Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Turkmenistan belief sich 2016 auf ca. 36,2 Mrd. US-Dollar. Wichtigste Branchen für ausländische Direktinvestitionen sind der Öl- und Gassektor, der Transportsektor und der Hochbau.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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