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66. Sitzung der VN-Frauenrechtskommission: VN beschließen konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Frauenrechten und zur konsequenten Beteiligung von Frauen und Mädchen bei der Bewältigung des Klimawandels

31.03.2022 - Artikel

Frauen und Mädchen sind überdurchschnittlich stark von den negativen Auswirkungen des Klimawandels sowie von Umwelt- und Naturkatastrophen betroffen. Diese Tatsache stand im Zentrum der diesjährigen Sitzung der UN--Frauenrechtskommission. Ihr Risiko, durch Klimawandelfolgen in die Armut zu rutschen, ist höher. Risiken für Mütter- und Neugeborenengesundheit steigen ebenso wie die Lasten durch Betreuungs-, Pflege- und Hausarbeit. Und vielerorts nimmt geschlechtsspezifische Gewalt aufgrund erschwerter Lebensbedingungen zu. Auch bei klimabedingter Flucht und Migration sind Frauen besonderen Risiken ausgesetzt.  Zudem sind Frauen häufiger als Männer mit zusätzlichen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Barrieren konfrontiert, die es ihnen erschweren, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Die geschlechtsspezifische Dimension des Klimawandels zu berücksichtigen und eine aktive Partizipation von Frauen zu gewährleisten ist daher unerlässlich für eine menschenrechtsbasierte, geschlechtergerechte Klimapolitik. Gleichzeitig sind Frauen und Mädchen bei Verhandlungen über Klimapolitik oder Anpassungsmaßnahmen deutlich untervertreten.

Unter deutscher Verhandlungsleitung gelang nach zwei intensiven Verhandlungswochen nun beim Abschluss der 66. UN-Frauenrechtskommission ein wichtiger Fortschritt: Erstmals beschlossen die VN-Mitgliedsstaaten konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Frauenrechten bei der Bewältigung des Klimawandels und einigten sich auf Ansätze zur konsequenten Beteiligung von Frauen und Mädchen beim Kampf gegen die Klimakrise. Die Abschlusserklärung verankert unter anderem deutliche Sprache zum Zusammenhang zwischen Klimawandelfolgen und Gewalt gegen Frauen und Mädchen, zu den negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheitsversorgung, insbesondere mit Blick auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und thematisiert konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz von Frauen und Mädchen.

Dabei würdigt das verhandelte Abschlussdokument nicht nur den Einsatz junger Frauen als Klimaaktivistinnen, sondern betont auch die wichtige Rolle von Männern und Jungen beim Kampf gegen Stereotypen und Diskriminierung – denn Gleichstellung ist kein „Frauenthema“, sondern eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, von der auch alle profitieren.

Deutschland bleibt noch für ein weiteres Jahr Vizevorsitz der VN-Frauenrechtskommission und wird sich ebenso engagiert für das bevorstehende Prioritätenthema zu Digitalisierung engagieren.

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