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100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe

Pakistan. Afghan refugee students at UNHCR funded school

Afghan refugee students during a break at the UNHCR and Educate a Child (EAC) funded Primary School for Girls 048 in Khazana refugee village, on the edge of Peshawar, Pakistan. The school teaches refugee students from grades 1-6. 226 girls attend in the afternoon, 290 boys attend in the morning. ;, © UNHCR/Asif Shahzad

04.10.2021 - Artikel

100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe: Wie Deutschland jetzt den Menschen in und um Afghanistan hilft

Schon vor der Machtübernahme der Taliban war die humanitäre Lage in Afghanistan äußerst prekär. Nun hat sich die Lage weiter verschlechtert. Deutschland stellt zusätzliche Mittel bereit, um die Menschen jetzt schnell zu unterstützen.

Die Lage ist dramatisch: Die Hälfte der afghanischen Bevölkerung, d.h. ca. 18 Millionen Menschen, benötigen schon jetzt humanitäre Hilfe. Etwa 3,5 Millionen Afghaninnen und Afghanen sind als Binnenvertriebene innerhalb des Landes auf der Flucht; fast ebenso viele sind in Nachbarländer und die Region  geflohen. Seit dem Abzug der ausländischen Kontingente, der Machtübernahme der Taliban und infolge dessen der Suspendierung der zivilen Unterstützungsleistungen ist die schon zuvor schwache Wirtschaft weiter eingebrochen. Viele Menschen, die sich früher problemlos versorgen konnten, haben ihren Beruf verloren und sind nun mit ihren Familien auf Hilfe angewiesen. Gleichzeitig vernichtet eine heftige Dürre die Ernteerträge.

Nur mit einem humanitären Kraftakt der internationalen Gemeinschaft kann weiteres Leid der Menschen gelindert werden.

Deutschland stellt 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit

Aus diesem Grund hat Deutschland schnell, flexibel und effizient reagiert und Ende August 100 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln für humanitäre Hilfe in Afghanistan zugesagt. Die Mittel fließen an unsere Partnerorganisationen, z.B. an das Welternährungsprogramm (WFP) oder das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Die Bundesregierung stützt sich bei der Leistung humanitärer Hilfe maßgeblich auf die von den Vereinten Nationen und der Rotkreuz-/Roter Halbmondbewegung ermittelten Bedarfe.

Die genaue Aufteilung ist wie folgt:

  • WFP: 40 Mio. Euro
  • UNHCR: 40 Mio. Euro
  • Internationales Komitee des Roten Kreuzes: 10 Mio. Euro
  • International Organization for Migration: 5 Mio. Euro
  • Humanitärer Länderfonds für Afghanistan: 5 Mio. Euro

Unsere internationalen Partner leisten damit schnelle und effiziente Hilfe für Millionen Bedürftiger im ganzen Land: z.B. durch Nahrungsmittel- und Medikamentenlieferungen, um humanitäre Bedarfe zu decken. Gleichzeitig stellen unsere Partner sicher, dass das Geld nur humanitären Zwecken dient und nicht den Taliban zugutekommt. Auch in den Nachbarländern wie Iran und Pakistan unterstützt Deutschland mit seinen Partnerorganisationen.

Weitere 500 Millionen Euro sind in Planung

Die Situation wird sich weiter verschärfen, auch wegen des nahenden Winters. Daher steht Deutschland bereit, mit weiteren 500 Millionen Euro Menschen in Afghanistan und der Region zu unterstützen. Diese Mittel wurden bereits von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem G7-Gipfel am 24.08.2021 angekündigt. Die genaue Verwendung des Betrags ist derzeit in der Planung.

Deutschland ist bereits seit über 25 Jahren als humanitärer Geber in Afghanistan aktiv und hat in den Jahren 2002 bis 2020 rund 450 Mio. Euro allein für humanitäre Hilfe bereitgestellt. Die humanitäre Hilfe der Bundesregierung in Afghanistan ist Teil der weltweiten deutschen humanitären Hilfe, die derzeit in über 60 Ländern geleistet wird. Mit einem Beitrag von rund 2,4 Milliarden Euro ist Deutschland 2021 erneut der zweitgrößte Geberstaat für humanitäre Hilfe weltweit.

Afghanistan - zusätzliche deutsche Mittel für humanitäre Hilfe
Afghanistan - zusätzliche deutsche Mittel für humanitäre Hilfe© Auswärtiges Amt

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